ordnung muss sein. manchmal.

heute mall nix selbstgemachtes. Heute muss ich mich mal ein klein wenig über durchgestylte Wohnidylle und die chaotische Realität auslassen. Und gleich mal vorab: Ich bin bekennende Fremdblog-Leserin, Pinterest-Addict und Instagram-Dauergast. Mitzuverfolgen, wie andere Familien wohnen und leben, finde ich zutiefst interessant und mit einer Tasse Kaffe am Nachmittag zudem recht entspannend. Vieles ist schön. Manches zu schön, um wahr zu sein. Ich finde ja immer, dass die oberaufgeräumten superordentlichen Wohnungen der blog-Mamis oder in diversen Magazinen pure Utopie sind. Was heißt da „ich finde“? Ich weiß, dass es so ist, bzw. dass die Realität wesentlich unaufgeräumter und chaotischer aussieht. Mit Kindern jedenfalls. Geht gar nicht anders. Kinder brauchen ja auch Chaos, um ihre Kreativität entfalten zu können. Manchmal jedenfalls. Immer eher nicht.

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So wie neulich. Nach gefühlten 1.000 erst freundlichen, dann immer ernsteren Aufforderungen an alle kleinen bunts das große bunt, ENDLICH die Papierschnipsel-Puzzleteile-Sammelkarten-Unokarten-Orgie unterm Tisch zu beseitigen, ging nix mehr mit nett. Wenn nämlich immer Chaos ist, schaltet Mama in den extrem genervten Aufräummodus. Sieht so aus: Frau bunt rennt hektisch durch die Wohnung und sammelt unter Protest alles auf, was eben noch dringend gebraucht wurde, jetzt aber ganz lässig den Fußboden ziert. Ü-B-E-R-A-L-L. Alle 5 Outfits (bis 10 Uhr haben wir fast nie unter 2 Kostümwechsel) des großen Fräuleins zum Beispiel. Aaarrrrr!

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So sieht also unsere unstylische Realität aus. Bevor diese Fotos entstanden sind, hat sich Fräulein bunt übrigens schon braverweise zu ein paar kleineren Aufräumarbeiten durchgerungen. Davor sah es bei uns deutlich chaotischer aus. Mittlerweile glaube ich ja, das Geheimnis der gestylten blog-Mami-Wohnungen gelüftet zu haben. Die fotografieren immer nur eine Ecke, die aufgeräumt ist. Ich geb’s ja zu – muss ich auch öfters so machen. Aber immer? Immer leergeräumte strahlend weiße Wohnzimmer und vor allem Kinderzimmer sind pure Utopie und versetzen die Normalo-Mama nur in unnötigen Vergleichsstress. Darum mein Apell an euch Chaos-Mütter da draußen: Kein Stress. Lasst das Spielzeug liegen und macht lieber Pause, wenn die kleinen Hasen sich mal allein beschäftigen oder gar schlafen. Und an alle Oberstylo-Moms: Ach bitte zeigt uns doch auch mal eure Chaos-Ecken. Ihr dürft sie nachher auch gleich wieder aufräumen! Denn mir gefällt ja eure strahlend weiße Wohnidylle. Ganz ehrlich. Eine Dosis uninszinierte Realität dann und wann wäre aber auch ziemlich ok.

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Denn auch ich bin ja der Meinung: Ordung muss sein. Chaos darf aber auch. Manchmal jedenfalls.

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6 Comments

  1. einevonvielen 17. Juni 2014

    Befreiend dein Eintrag und deine Bilder! 🙂
    lg von einer Chaotin

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    • stilles bunt 17. Juni 2014

      Wir Chaotinnen müssen halt zusammenhalten. Ach, die anderen kochen doch auch nur mit Wasser!

      lg

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  2. Tag für Ideen 17. Juni 2014

    Ganz genau!!!
    Eine Runde hinsetzen und Kaffee trinken, wenn Kind schläft kann ich auch im größten Chaos.
    Ich finde da wird man mit Kind schon „cooler“… muss man, denn sonst wäre ich unzufrieden und käme wohl nie zum Nähen, weil immer irgendetwas irgendwo unordentlich ist!!
    Danke für deinen Post!
    Liebe Grüße
    Veronika

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    • stilles bunt 18. Juni 2014

      gern geschehn! LG Lilly

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  3. Anne 19. Juni 2014

    Hallo Lilly,

    du hast absolut recht! Letztens kam eine Freundin zu Besuch und wollte sich unser neues Büro angucken, über das ich vor einiger zeit mal gebloggt hatte. Sie stand im Büro, schaute sich um und meinte „Oh Gott ist der Raum klein, und voll chaotisch :-D“ Seitdem überlege ich auch, ob eine Wohnung für Posts immer so durchgestylet sein muss. Ich glaube viele frustriert das sogar immer diese perfekten Wohnungen zu sehen.
    LG Anne

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    • stilles bunt 21. Juni 2014

      Liebe Anne,

      ich denke auch, dass ein wenig Chaos manchmal ganz gesund ist. Wir wissen ja schließlich alle, dass die Realität nicht immer tipi topi sein kann. Mit der Frustration hast du sicher Recht, denn wenn man immer nur das Idealbild sieht, denkt man selbst irgendwann, „was mach ich nur falsch – wie kriegen die denn das immer hin?“ 🙂 Na, man muss sich halt nur immer wieder bewusst machen, dass andere auch nur mit Wasser kochen, gelle?

      Liebe Grüße rüber in Maditas wunderhübsches „kleines“ Büro 😉

      Lilly

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