Ein Tag bei Familie bunt 2.0

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Fast ein Jahr ist es nun her, da habe ich euch hier auf dem blog einen Einblick in unseren Tagesablauf gezeigt. Im Dezember war das. Frieda war knapp 1 1/2, Emma noch 4 Jahre alt. Ich hatte etwas weniger graue Haare und besaß etwa zwei bis drei Kaffeetassen weniger (man kann ja nie genug Tassen im Schrank haben – darum kaufe ich ständig neue. Hehe!). Ja, ähm. Das waren auch schon die großen Unterschiede zu jetzt. Was den Tagesablauf angeht, das Schlafdefizit und die daraus resultierende chronische Müdigkeit, kann ich den Text von 2014 eigentlich 1:1 hier reinkopieren. Mach ich jetzt auch. Wisst ihr warum? Vier Gründe:

  1. Weil alles nach wie vor ziemlich genau so abläuft hier (bis auf das Wickeln, Frieda ist so gut wie windelfrei, yay!).
  2. Weil der Alltag nicht immer so rosahellblau ist, wie wir es gerne hätten.
  3. Weil wir alle Supermamas und -papas sind, denen hoffentlich ihre Kinder später mal einen Orden verleihen. Für Tapferkeit. Und Ausdauer.
  4. Weil es unheimlich gut tut, zu wissen, man ist nicht allein mit dem täglichen Wahnsinn und andere kochen auch nur mit Wasser.
Also. Copy. Paste. Und viel Spaß beim Lesen! Na, ganz ehrlich – wer findet sich hier wieder? Hände hoch!
Dezember 2014.

… Und so sitze ich hier und verblogge um 1.22 Uhr mein heutiges Tages – nein – Nachtwerk. Eigentlich ja das Werk der vergangenen Nächte, denn wenn jede Nacht entweder das eine oder das andere kleine bunt aufwacht, zieht sich so eine Produktion schon etwas in die Länge. Ich geb euch mal einen kleinen Einblick in meinen Tag.

6.30 Uhr – Aufstehen. Ein Geist steht neben mir am Bett und flüstert „Maaaaamaa, stehst du jetzt endlich auf?!!“6.31 Uhr – Frühstück machen. Kaffee trinken. Mini bunt vom Couchtisch runterholen, wickeln und anziehen. Herr bunt macht das. Der kann das gut. Frau bunt muss in der zwischenzeit mit Fräulein bunt die Outfitfrage klären.

7.00 Uhr – Fräulein bunt liegt kreischend im Bad auf dem Boden. Sie will das Hasenkleid anziehen, das leider in der Wäsche liegt. Die erste von vielen Krisen an diesem Morgen. Was soll ich sagen, 4-Jährige halt.

7.30 Uhr – Rest vom kalten Kaffee austrinken. Fräulein bunt ist noch immer nicht angezogen. Das Drama im Bad noch in vollem Gange. Wir haben einen Hang zur Theatralik. Sie wird mal Schauspielerin.

7.59 Uhr – Beide bunts einpacken. Fräulein bunt ist endlich angezogen (sie hatte aus Protest zwischenzeitlich das Hasenkleid aus dem Wäschekorb gefischt – ein letzter Versuch). Wir konnten uns doch außergerichtlich einigen. Auf Rock mit Oberteil. Na, Hallelujah!

8.00 Uhr – Mini bunt hat erfolgreich die eben angezogene Jacke und Schuhe wieder ausgezogen. Jetzt aber schnell.

8.17 Uhr – Komme mit den beiden bunts im Kindergarten an. Zu spät. Schon wieder. 8.15 wäre unsere Deadline gewesen. Im Gruppenraum wird schon gesungen. Morgenkreis und so. Draußen hängt schon das Schild „Bitte nicht stören“. Fräulein bunt huscht noch schnell hinein. Weiter zur Krabbelstube, die glücklicherweise nur einen Raum weiter ist.

8.30 Uhr – Die bunts sind im Kindergarten, Frau bunt genießt die Stille im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Dort angekommen, beginnt eine andere Art von Stress. Erwachsenenstress – aber der gute. Hab ich schon erwähnt, dass ich meinen Job echt mag?

14.00 Uhr – Ab in den Kindergarten und die Mädels abholen. „Mama, ich mag vorne sitzen!“ Jetzt nicht, Schatz. „Der Soundso darf iiiiimmer vorne sitzen!“ Jetzt nicht, Schatz. Nächstes Mal, ok? Versprochen. „Maaaaamaaaaa! Du bist so gemein! Ich lad dich nicht zu meinem Geburtstag ein!“ Ok, danke für die Information.

16.30 Uhr – Wir basteln. Weihnachtsdeko. Macht Spaß. Bis Mini bunt die Basteleien von Fräulein bunt vom Tisch zieht. Es folgt heftiges Gekuschel zwischen den bunts – immer im Wechsel mit kleineren und größeren Kämpfen. Herr und Frau bunt verbringen den Nachmittag damit, hinter Mini bunt herzulaufen und alles eben ausgeräumte wieder einzuräumen, sowie Mini bunt von der Messerschublade/Waschmaschine/Raufklettern auf so ziemlich alles abzuhalten.

17.50 Uhr – Mini bunt kommt in die Trage. Auf dem Rücken. Frau bunt braucht jetzt beide Hände. Zur Abwechslung mal.

18.30 Uhr – Herr bunt bricht auf zur Arbeit. Was läuft denn heute? Les Misérables? Ok, dann bis um halb elf!

19.00 Uhr – Es folgt: Abendritual mit den üblichen Einschlafprotesten aller Beteiligten. 20.30 Uhr – Ich vermute stark, dass jetzt beide bunts endlich schlafen. Ja, sie schlafen. Frau bunt flätzt sich auf die Couch und bereitet die blogposts der nächsten Zeit vor, kümmert sich um den Shop und tratscht noch eine Runde mit den Kolleginnen auf Facebook. Die sitzen übrigens auch im selben Boot. Die haben nämlich auch Kinder.

22.40 Uhr – Herr bunt kommt von der Arbeit heim und komponiert noch ein wenig.

23.00 Uhr – Frau bunt hat noch die letzten Loops vernäht, da schlägt auch schon das Babyfon Alarm. Heute haben wir mal Glück und Mini bunt schläft wieder ein. Aber gestern Nacht …

Listig sind sie, die kleinen bunts, das sage ich euch! Kaum ist Herr bunt spätabends zu Hause angekommen und das Ehepaar bunt versuchte noch sowas wie vernünftige Erwachsenenunterhaltung zu führen, hört man es schon. Das Babyfon – die Kinderzimmertüre – kleine Schritte die Richtung Schlafzimmertüre tapsen oder überhaupt der Supergau: Mini bunt hustet, weint, weint mehr, hustet noch mehr – uaaahhh! – weckt Fräulein bunt auf. Fräulein bunt „Kann nicht mehr einschlafen!“. Es folgt einmal das komplette Programm: Durst. Muss mal. Mag bei euch schlafen. Mini bunt übrigens auch. Na toll. Zwei kleine bunts feiern eine Party zwischen Herr und Frau bunt. Ich meine, ein Kind geht ja. Wenn Fräulein bunt zu uns wandert, schläft sie meistens wieder ein. Aber Mini bunt ist wach. Sehr wach. Wenn sie mal aufwacht, dann für 2-3 Stunden. Mindestens. Darum, zwei kleine bunts zwischen Herr und Frau bunt =S U P E R G A U. Schlaf adé. Wird ja eh überbewertet. Wo genau gibt es denn bitte diese Familienbettschlafidylle, von der immer alle reden?

Kennt ihr ja alle. Müdigkeit ist ein Accessoire, das man als Mutter (ja, ja Väter sind auch müde, schon klar) schon gar nicht mehr erwähnt. Das man einfach jeden Tag mit sich mitträgt – wie eine Handtasche. Ja, genau. Müdigkeit als Accessoire – so muss man das sehen, oder? Dann ist es nicht so schlimm, wenn man am Nachmittag fast im Stehen einschläft oder morgens unter der Dusche nicht mehr weiß, ob man die Haare schon gewaschen hat. Na, dann wäscht man sie eben zweimal (ein Grund, warum mir ständig das Shampoo ausgeht).

Bin mir sicher, es geht den meisten so, darum die ganz offene Aufforderung an alle Mütter: Macht euch nicht fertig, wenn euch die Nerven blank liegen, euch eure kleinen Terroristen in den Wahnsinn treiben, ihr alle pädagogisch wertvollen Ansprüche in den Wind schießen wollt. Ich verrat euch ein Geheimnis: Es geht allen so. Ja, allen! Besonders denen, die es nicht zugeben wollen. Die Supermoms, sind gar nicht so super. Manche sind gut organisert, manche haben eine sehr hohe Toleranzschwelle, die meisten reden einfach nicht darüber, wie es ihnen wirklich geht. Darf man doch nicht, oder? Darf man wohl. Und ach, wie viel besser würde es uns allen gehen, wenn mehr Mütter mal zugeben, dass nicht immer alles so sonnig ist, sondern der ganze Alltagswahnsinn ganz oft den letzten Nerv zieht. Ich oute mich einfach mal, in dem ich euch einen kleinen Einblick gebe, in den täglichen Wahnsinn der Familie bunt. Der ja gar nicht so wahnsinnig ist. Aber anstrengend. So sehr man sie auch liebt die kleinen Wirbelwinde. Sie machen einen schon ganz schön fertig. Musste mal gesagt werden.

Und jetzt gute Nacht. Es ist jetzt

2.30 – Frau bunt geht schlafen.

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Nachtrag: Frau bunt geht noch immer nicht viel früher schlafen. Der Tag ist einfach chronisch zu kurz. Macht euch nicht zu viel Stress ihr Supermamas und -papas da draußen. Ihr seid alle Helden!

Bloß keine Kreativitätsbremsen …

Immer wieder fasziniert mich, wie einfach man Kindern eine Riesenfreude machen kann. In solchen Momenten fällt mir dann immer ein, was die Frau unseres Kinderarztes mal gesagt hat. „Bloß keine Kreativitätsbremsen!“ Sie meinte damit, dass man Kinder einfach mal machen lassen soll. Das ist auch meine Erfahrung. Es ist echt total okay und macht uns nicht zu schlechten Müttern, wenn wir unsere Kinder nicht ständig bespaßen. Phantasie braucht Raum und Mama braucht ihre Kaffeepause!

Pappkartons 1++Meine Mädels sind zum Beispiel total aus dem Häuschen, wenn ich schnöde Kartons von der Arbeit mitbringe. Wie heute. Eine geschlagene Stunde lang war heftiges Gekichere und Gelächter aus dem Kinderzimmer zu hören. Begleitet von lustigen Unterhaltungen wie „Kuuuuckuck? Haaallooo?“ (Mini bunt) „Daaaaa! Haaallooo!“ (Fräulein bunt). Ich liebe solche Momente.

Pappkartons 2

Oder so wie am letzten Wochenende. Einmal den Legokorb im Wohnzimmer ausgekippt, Kaffee vorbereitet, Füße hoch und den tollen Ausblick genießen. Schön ist das. Und so herrlich unaufwändig. Hält mindestens einen Kaffee lang ;-).

Pappkartons 4

Und was habt ihr für Lieblingsideen für freies Spielen? Ich freue mich immer über neue Anregungen und Kommentare!

SIGNATUR 3 groß

7 sachen sonntag

hallo und hereinspaziert! Was für ein schöner Sonntag das heute war. Bei uns jedenfalls – ich hoffe, auch bei euch. Heute wiedermal meine sieben Sachen, für die ich an diesem Sonntag meine Hände gebraucht habe.*

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Frühstück gemacht. Lecker Ribiselmarmelade aufs frisch aufgebackene Semmerl. Da freut sich Frau bunt.
 
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Den Frühstückstisch freigeräumt für unsere kleine Künstlerin und dann dieses Familienporträt bewundert. Ja, Fräulein bunt meint, wir sind alle Schafe. Logisch, oder? Ratet mal, welches Schaf ich bin?
 
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Zum Haus am See gefahren und umgehend die Sandspielsachen ausgepackt (eine drängende Kinderstimme verlangte nach Utensilien für eine „große, große Sandburg“ :-))
 
 
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Zwei kleine bunts ordentlich eingecremt und dann mit Mini bunt die imaginären Fische im Ausee gefangen. Was soll ich sagen, wir hatten kein besonderes Anglerglück. Und das trotz „hochprofessioneller“ Ausrüstung, wie man sieht.
 
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Mittagessen gekocht. Wenn wir im Haus am See sind, geht das meistens ganz schnell – die Küche ist klein und je länger gekocht wird, desto heißer wird’s da drinnen. Heute also Würstchen. Leckerschmecker.
 
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Wieder zu Hause gleich mal die Waschmaschine angeschmissen, etwas aufgeräumt und die Küche gewischt (unglaublich, wie schnell zwei kleine bunts die Wohnung verwüsten können. tsss!).
 
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Milchfläschchen gemacht und Mini bunt ins Bett gebracht. Müde waren sie heute beide. Und wie!
 

Und, was habt ihr heut so gemacht? Ich wünsche euch jedenfalls jetzt noch einen schönen Restabend und Herrn bunt und mir einen guten Appetit. Denn unser Abendessen wird heute mal geliefert. Und dazu gibt’s ein Glas Wein. Sehr fein!

*Nach einer Idee von Frau Liebe.
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